|
Gartentipps Monat Januar
|
Fertige Komposterde kann bei Frostwetter auf das im Herbst umgegrabene Land ausgebreitet werden.Bei der Neuanlage eines Komposthaufen darf man nicht versäumen, auf dem vorgesehenen Platz eine 10 cm hohe Torfschicht auszubreiten. Das ist vor allem dort wichtig, wo der Komposthaufen im Laufe des Jahres mit Jauche oder Fäkalien oder Nährstofflösungen begossen wird. Die Torfschicht nimmt dann die Stoffe auf, die durch Niederschlägen in die Tiefe gewaschen würden. Auf dieser Weise gehen die Nährstoffe nicht verloren, denn der Torf hält sie fest. Die Torfschicht kann feucht, darf aber nicht zu naß und auch nicht zu trocken sein. Beim Umsetzten des Komposthaufens wird der Torf zwischen die Erde gemischt, und der neue Platz erhält wieder eine Torfschicht.Ruß und Holzasche sind wichtige Bodenverbesserungsmittel. Sie gehören aber nicht auf das Land , sondern auf den Komposthaufen. Von den verschiedenen Aschearten eignet sich nur die Holzasche. Ein geringer Anteil an Kohlenasche schmälert den Wert nicht. Man gibt sie am besten auf den im vorrigen Sommer und Herbst angelegten Komposthaufen, der noch stark im Verrotten ist. Ruß wird in der gleichen Weise verwendet, obwohl man über die Art seiner Wirkung noch nicht ganz im klaren ist. Beide Stoffe kommen über den Komposthaufen viel besser zur Wirkung, als wenn man sie beim Graben in den Boden bringt.Stark mit Schnee bedecktes Land darf nicht gegraben werden. Man muß denSchnee erst wegräumen. Unter einer stärkeren Schneedecke ist der Boden sehr oft frostfreie, so das man auch im Laufe des Januars graben kann. Diese Gelegenheit muß man unbedingt ausnutzen, damit das folgende Winterwetter noch auf das gegrabene Land einwirken kann. Dabei ist aber nicht zu vergessen, das eingegrabener Schnee im Frühjahr das Erwärmen des Bodens sehr stark behindert. Da der Schnee nur langsam im Boden auftaut, bleibt die Erde auch lange naß und verzögert das Besäen oder Bepflanzen des Landes. Aus diesen Gründen ist es wichtig, den Schnee vor dem Graben zu beseitigen. Diese Arbeit wird erleichtert, wenn man nur einen Streifen des Landes vom Schnee macht. Dieses Stück gräbt man und wirft den Schnee des nachfolgenden Streifens dann auf das gegrabene Land. Dadurch geht ihn keine Winterbodenfeuchtigkeit verloren.Bei nicht zu starken Frost und trockenem Wetter ist das Rigolen auch im Januar möglich. Etwas Frost im Boden erschwert das Rigolen. Das muß man aber mit in Kauf nehmen. Wenn mit dieser Arbeit gewartet wird, bis der Boden wieder frostfrei ist, kommt oft das Frühjahr heran. Diese Jahreszeit bringt uns aber so viel Gartenarbeit, das dann das Rigolen meist unterbleibt. Außerdem ist es beser, wenn der rigolte Boden noch einige Monate dem Frost ausgesetzt bleibt. Wer bei gefrorener Erde rigolt, muß darauf achten, das keine Frostklumpen in die tiefen Bodenschichten gelangen. Sie tauen dort sehr schwer auf und verzögern auch das Erwärmen der oberen Bodenschicht. Das ist vor allem dann nachteilig, wenn man auf dem Land sehr zeitig Frühgemüse anbauen will.Bei Eintritt stärkeren Frösten ist zu prüfen, ob die Zapfstellen der Wasserleitung stark genug verpackt sind.Feststehende Wasserbehälter sind laufend nachzusehen, das sich in ihnen kein Wasser gesammelt hat. Wer diese Arbeit entgehen will, füllt sie am besten mit trockenem Torf, der sehr viel Wasser aufnehmen kann. Noch besser ist, wenn die völlig entleerten Behälter mit einem wasserdichten Deckel versehen werden.Die Gartengeräte sollten wir öfter durchsehen, damit sie keinen Rost ansetzen. Wenn wir unsere Gartengeräte nach dem letzten Gebrauch gut gereinigt und auch eingefettet haben, kann über Winter nicht viel passieren. Trotzdem sollte man von Zeit zu Zeit nachsehen, damit die meist am Aufbewahrungsort feuchte Luft keinen Schaden angerichtet hat.Nistkästen sind wichtig im Kampf gegen die Schädlinge in unserem Garten. Eine Reihe von Vögeln vernichten für unsere Gartengewächse schädliche Insekten und Larven. Die vorhandenen Nistgelegenheiten sind im Laufe des Januars zu säubern und instand zu setzen.Bei der Auswahl des Vogelfutters müssen wir die Ansprüche der Meisen in den Vordergrund stellen. Die schlimmste Zeit für die Vögel sind strenge Frosttage mit Schnee und Rauhreif. Sie verhungern in kurzer Zeit, wenn wir ihnen nicht helfen.Wer von den einzelnen Gemüsearten gute Erträge erzielen will, darf bei dem im Januar auszuarbeitenden Anbauplan die Gefahr der Bodenmüdigkeit nicht außer acht lassen. Wenn eine Gemüseart mehr - mals hintereinander auf derselben Stelle angebaut wird, werden die Erträge immer geringer. Man spricht dann von Bodenmüdigkeit. Ihre Ursache ist komlexer Natur und noch nicht völlig geklärt. Im allgemeinem wird angenommen, das jede Pflanzenart den Boden in spezifischer Weise erschöpft, durch die Wurzeltätigkeit bestimmte Stoffe in den Boden abgibt und Wurzelreste hinterläßt, die für Pflanzen der gleichen Art wachstumshemmend sind. Außerdem tritt bei wieder - kehrendem Anbau derselben Gemüseart eine Häufung bestimmter Krankheiten und Schädlinge durch Anreicherung ihrer Erreger im Boden ein. Diese Mängel treten nicht auf, wenn in jedem Jahr mit der Gemüseart gewechselt, d. h. eine bestimmte Fruchtfolge eingehalten wird.Außerdem gibt es auch zwischen den verschiedenen Gemüsearten gewisse Unverträglichkeitsbeziehungen, die bei der Aufstellung des Anbauplanes zu beachten sind.Zum Prüfen der Keimfähigkeit benötigt man Keimschalen oder flache Teller und Fließpapier ( Löschpapier ) sowie einen Ort, an dem die Keimproben bei einer Temperatur von etwa 20 Grad gehalten werden können. Die Untersuchungsdauer für die Keimfähigkeit ist je nach Gemüseart recht verschieden. Sie beträgt bei Sellerie, Petersilie und Möhren etwa 20 bis 21 Tage, für Gurke, Porree, Rote Rübe, Tomate und Zwiebel sind etwa 14 Tage erforderlich und für die übrigen Gemüsearten muß mit 10 Tagen gerechnet werden.Zu den wichtigsten Aufgaben im Januar gehört das Bestellen des Gemüsesaatgutes, damit es zum Aussattermin verfügbar ist. Wer sein Saatgut erst kauft wenn man es aussäen will, braucht sich nicht zu wundern, wenn die eine odere andere Gemüseart zeitweilig vergriffen ist.Anhand des Anbauplanes muß man sich die erforderliche Samenmenge jeder Gemüseart ausrechnen. Das ist unbedingt nötig, wenn man nicht zu wenig, aber auch nicht zuviel Samen bestellen will.Der Samen einiger Gemüsearten bleibt nur kurze Zeit keimfähig. Davon darf man immer nur den Jahresbedarf kaufen. In erster Linie trifft das auf Zwiebeln, Porree, Schnittlauch, Schwarzwurzeln und Bohnenkraut zu. Ihre Samen keimen im allgemeinem schon im 2. Jahr nach der Ernte sehr schlecht.Bevor neues Saatgut bestellt wird, sollte man erst feststellen, was vom vorigen Jahr übriggeblieben ist. Viele Samen sind mehrjährig und voll keimfähig.Obwohl eine ganze Reihe von Gemüsearten schwach saure Böden vertragen, fühlen sich die meisten in neutralen am wohlsten. Zu den ersten gehören in der Hauptsache Bohnen, Erbsen, Grünkohl, Gurken, Tomaten, Kopfsalat, Kürbis, Radieschen, Rettiche, Rhabarber, Spinat und Rosenkohl. Alle genannten wachsen im neutralen Boden genauso gut. Für die nachfolgenden muß die Bodenreaktion im neutralen Bereich liegen. Kohlarten mit obigen Außnahmen, Möhren, Sellerie, Rapünzchen, Rote Beete, Schwarzwurzeln, Spargel und Zwiebeln.Damit Rhabarber im Frühjahr recht zeitig austreibt, muß er spätestens Anfang Januar mit einer starken Schutzdecke versehen werden. Eine starke Schicht trockener Torf hält den Frost besser ab als die gleichstarke Schicht Stalldünger oder Laub.Wer im Sommer aufgepaßt hat, welche Unkräuter besonders stark aufgetreten sind, kann daran schon feststellen, ob sein Boden kalkarm ist. Habichtkraut, Hederich, Hundskamille, Knöterich, Königskerze, Lupine, Sauerampfer, Schachtelhalm, Sternmiere und Stiefmütterchen zeigen Kalkmangel an.Haben wir aber viel unter Brennnesseln, Ehrenpreis, Kreuzkraut, Sanddisteln oder Taubnesseln zu leiden gehabt, dann ist der Boden meist mit genügend Kalk versehen.Grünkohl kann man auch bei schärfsten Frost ernten, wenn mit dem abgeschnittenen Teilen sorgsam umgegangen wird. Der Grünkohl schmeckt dann am besten, wenn er starkem Frost ausgesetzt war. In gefrorenem Zustand sind die Blätter brüchig, so das sie nicht gedrückt werden dürfen. Wer ihn ganz locker in einem Korb oder ähnlichen Behälter legt und an einem Ort bringt, wo er langsam auftauen kann, verhindert somit Ernteschäden. Beim Ernten darf man nur die mit gesunden Blättern besetzten Köpfe abschneiden, wenn im Frühjahr mit einer 2. Ernte gerechnet wird. Die Strünke treiben sehr zeitig wieder aus und die zarten Triebe ergeben ein schmackhaftes Frühgemüse. Grünkohl ist zwar winterhart, doch leiden die Blätter durch die Wintersonne sehr, wenn starker Frost eintritt und kein Schnee gefallen ist. Darum sollte man ihm in den ersten Januartagen eine dichte Fichtenzweigdecke geben.Im Boden gebliebene Schwarzwurzeln gräbt man am besten aus, bevor es der Frost verhindert. Sie sind völlig winterhart, doch wird die Ernte sehr erschwert, wenn der Boden starken Frösten ausgesetzt war. Das kann verhindert werden, wenn man das Schwarzwurzelbeet mit einer starken Torfschicht versieht. Schwarzwurzeln halten sich auch im Kellereinschlag sehr gut, wenn man sie in feuchten Sand einschichtet. In einem warmen Keller treiben sie aus, was den Geschmack sehr stark vermindert. Hat man keinen Keller, kann man die geernteten Schwarzwurzeln im Garten an einer geschützten Stelle recht dicht einzuschlagen und anschließend mit einer starken Torfschicht zu bedecken.Frisch aus der Erde geernteter Porree ist schmackhafter als im Keller eingeschlagener. Er muß aber am Standort einen guten Frostschutz erhalten. Porree ergibt den ganzen Winter ein gutes Gemüse. Um ihn in jederzeit im Freien zu Ernten, sorgt man dafür, das der Boden nicht zu schnell und zu stark einfriert. Das wird am besten mit einer starken Torfschicht erreicht. Stalldünger und Laub eignet sich dazu nicht, weil der Porree sehr leicht einen unangenehmen Geschmack erhält. Obwohl er auch bei starkem Frost nicht erfriert, leidet er in schneearmen Wintern und an zugigen Stellen ganz erheblich. Darum ist es besser, wenn er beim Beginn strengen Frostwetters außer der Bodendecke aus Torf eine dichte Fichtenreisigdecke erhält.Die Decke auf den Gemüsemieten darf nicht durchfrieren. Man verstärkt sie je nach Wetterverlauf mit Laub, Stoh oder Torf. Wer kein Mietenthermometer eingebaut hat, muß in der näheren Umgebung der Miete von Zeit zu Zeit kontollieren, wie tief der Frost in den Boden eingedrungen ist. Danach richtet man sich beim Bedecken mit dem angeführten Material. Dabei darf man nicht zu ängstlich seinund keine zu starke Schutzschicht aufbringen. Zu stark eingepackt, kann der Mieteninhalt verfaulen. Darum wird die zusätzliche Schutzdecke bei mildem Tauwetter entfernt und erst bei Bedarf wieder aufgebracht.Im Frühbeet eingeschlagene Sellerieknollen kann man auch bei stärkstem Frost herausnehmen, wenn die Torfdecke etwa 20 cm stark ist und zusätzlich Frühbeetfenster aufgelegt werden. Damit der Frost nicht seitlich durch die Frühbeetwände und das sie umgebende Erdreich eindringen kann, wird das Frühbeet auch von außen mit einer starken Schutzschicht versehen, die spätestens in der ersten Januartagen anzubringen ist. Das geeignetste Material dazu ist Laub. Auch Stalldünger leistet gute Dienste, vor allem wenn man strohigen Pferdedünger zur Verfügung hat. Bei sehr starkem Frost bedeckt man auch die aufgelegten Frühbeetfenster mit alten Strohdecken. Laub oder Stalldünger verursachen sehr leicht Scheibenbruch.Im Keller eingeschlagenes Gemüse muß ab Januar wöchentlich durchgesehen und das Einschlagmaterial auf seinen Feuchtigkeitgrad geprüft werden. Wenn das nicht beachtet wird, kann es leicht zu Faulstellen kommen. Sie breiten sich sehr schnell aus und bringen den ganzen Einschlaginhalt in Gefahr. Auch noch so kleine Fäulnisstellen sind beim Durchsehen zu entfernen. Etwas angegriffenes Gemüse sollte man aus dem Einschlag nehmen und bald verbrauchen. Wenn sich im Keller Mäuse eingenistet haben, ist sofort mit allen Mitteln gegen sie vorzugehen.Spät abgeerntete Gemüsebeete sollte man bei frostfreiem Boden sofort umgraben und nicht erst im Frühjahr. Der günstige Einfluß des Winterwetters auf das gegrabene Gemüseland ist für das kommende Kulturjahr so ausschlaggebend, das wir versuchen müssen, kein Stückchen ungegraben zu lassen. Wenn inzwischen Schnee in erheblichen Mengen gefallen ist, darf man nicht mehr Graben. Eine dünne Frostschicht, die man ohne Schwierigkeiten mit dem Spaten durchstoßen kann, sollte nicht davon abhalten, diese wichtige Arbeit unverzüglich zu erledigen.Zu allen Arbeiten an den Obstbäumen und Beerensträuchern gehören scharfe Werkzeuge. Jeder Säge - und Messerschnitt ergibt eine Wunde, die der Baum oder Strauch wieder schließen muß. Je glätter sie ist, um so schneller verheilt sie.Wer die Absicht hat, schlecht tragende Obstbäume oder nichtzusagende Sorten umzuveredeln, muß die dazu notwendigen Pfropfreiser Anfang Januar schneiden. Als Pfropfreiser verwendet man kräftige einjährige Triebe von gut tragenden Bäumen der gewünschten Sorte. Sie werden in der Länge geschnitten, wie sie der Trieb ergigt. Die richtige Länge erhalten sie erst beim Veredeln. Als Pfropfreiser eignen sich die an der Südseite des Baumes gewachsenen am besten, weil sie in der Regel sehr gut ausgereift sind. Ganz besonders wichtig ist, das man Triebe auswählt, bei denen die Augen recht dicht zusammenstehen und gut ausgebildet sind. Sogenannte Wasserschosse sind nicht geeignet. Zum Aufbewahren wählt man im Freien eine Stelle, an der sie nicht von der Wintersonne getroffen werden. Dort gräbt man sie bis etwa ein Drittel ihrer Länge in die Erde ein.Alte borkige Rinde ist im Januar zu abzukratzen. Unter ihr überwintern nicht nur alle möglichen Schädlinge, sondern auch die Sporen von Krankheitserregern. Darum muß das Abkratzen sehr sorgsam ausgeführt werden. Vor dem Abkratzen legt man dicht um den Baumstamm herum Tücher auf die Erde, auf die die abgekratzte Borke fallen kann. Sie darf nicht auf den Erdboden gelangen und muß sofort vernichtet werden.An den Obstbäumen in der Nähe des Wurzelhalses entstandene Wurzelschosse sind an ihrer Basis zu entfernen. Dazu wird die Erde so weit beseitigt, das man die Schosse restlos abschneiden kann. Manchmal entstehen sie auch aus den Wurzeln der Unterlage und kommen im Bereich der Baumscheibe ans Tageslicht. In diesem Falle muß das Beseitigen der hinderlichen Erde sehr vorsichtig erfolgen, damit man an den Wurzeln keinen Schaden anrichtet. Eine Grabegabel ist dazu besser als der Spaten, mit dem sehr leicht Wurzeln abgestochen werden. Die beseitigte Erde wird wieder aufgebracht, sobald die Schosse entfernt sind.Zum Auslichten im Ertrag stehender Apfel - und Birnbäume ist der Januar am geeignetsten, sofern nicht starker Frost eintritt. Beim Auslichten älterer Bäume muß man darauf achten, das Licht und Luft ins Innere der meist sehr dichten Kronen gelangen kann. Es wird also alles herausgeschnitten, was zu eng steht und auch die Äste, die nach innen wachsen. Dadurch beugt man dem gefürchteten Schorf und der Monilia am besten vor. Man sollte dabei nicht zu ängstlich sein, denn weniger, aber gesundes Obst ist besser als mehr, das krank ist. Zu beachten sind auch die Äste, die sich kreuzen und darum bei Wind scheuern, so das Wunden entstehen. Der von ihnen am ungünstigsten stehende muß verschwinden. Jeder Ast muß beim Auslichten bis zur Ursprungsstelle entfernt werden. Es dürfen keine Stummel stehen bleiben. Alle Wunden sind glatt nachzuschneiden,vor allem an den Rindenpatien. Damit keine holzzerstörenden Parasiten in die Wunden eindringen können, bestreicht man sie. Beim Auslichten muß man aber auch alle abgestorbenen Äste entfernen, ganz gleich, ob es sich um kleine oder große handelt. In den meisten Fällen sind sie Träger von allen möglichen Krankheiten, so das sie recht bald verbrannt werden müssen. Manche Bäume entwickeln in der Krone einen Teil sogenannte Wasserschosse. Soweit sie nicht zum Füllen von großen Kronenlücken benötigt werden, sind sie an der Basis abzuschneiden.Auch an den Quitten und Mispeln sind alle überflüssigen Zweige zu entfernen, damit im Sommer Licht und Sonne ins Innere dieser Fruchtsträucher gelangen kann. Beim Auslichten älterer Quitten uns Mipeln geht man wie bei den Äpfeln und Birnen vor. Da es sich in der Regel um Strauchformen handelt, ist es ab und zu notwendig, einen oder mehrere Außenäste abzuschneiden, die sich stark nach unten geneigt haben. Das ist vor allem dort erforderlich, wo sie das Wachstum der Nachbarpflanzen behindern. Im übrigen beschränkt man sich auf das Entfernen toter oder schwacher Äste.Bei Haselnußsträuchern entfernt man im Laufe des Januars einen großen Teil der jungen Bodentriebe, weil das zu höherem Fruchtertrag beiträgt. Sie entwickeln im Laufe eines Jahres sehr viel Bodentriebe. Ließe man sie alle stehen, dann wäre der Busch in kurzer Zeit so dicht, das nur die Randzweige Früchte brächten. Darum entfernt man sie bis auf die, die zur Ergänzung alter Triebe notwendig sind. Nur dort junge Bodentriebe stehen lassen, wo überalteter ausgeschnitten werden. Das ist ein allmähliches Verjüngen wie es auch bei manchen Beerensträuchern anzuraten ist. Die Bodentriebe und auch überalteter müssen an ihrer Ursprungsquelle abgeschnitten werden.Haselnußsträucher, die 15 Jahre alt und älter sind, bringen keine gute Ernte. Darum muß man sie verjüngen. Hier verjüngt man nicht allmählich, sondern mit einem Mal. Dabei schneidet man alle Triebe bis auf 30 cm zurück. Von den neuen Trieben läßt man im nächsten Winter nur soviele stehen, das ein lichter Busch entsteht. Alle anderen sind an ihrer Basis abzuschneiden. Bei diesem radikalen Verjüngen fällt die Ernte auf 3 bis 5 Jahre aus. Um das zuvermeiden, sollte man von Anfang an lieber sorgsam allmählich verjüngen wie die Äpfel und Birnen.Alte Stachelbeer - und Johannesbeersträucher bringen gleichmäßige Ernten, wenn man in jedem Jahr einen oder zwei überaltete Triebe entfernt und durch junge ersetzt. Überalterte Triebe sind dann erkennbar, das sie nur noch kümmerliche Jahrestriebe hervorbringen. Sie fruchten zwar noch, aber die Beeren werden immer kleiner. Von den neuen Bodentrieben läßt man immer nur soviel stehen, wie als Ersatz für die alten gebraucht werden und zwar die kräftigsten. Alle anderen werden abgeschnitten. Die als Ersatztriebe ausgewählten müssen so stehen, das die Form des Strauches gewahrt bleibt. Man kann sie auch durch Binden etwas lenken.Stachel - und Johannesbeeren treiben sehr zeitig aus. Darum muß das Auslichten im Laufe des Januars beendet werden. Das Auslichten geht mit dem allmählichen Verjüngen los. Es wird auch nach dem Gesichtspunkt durchgeführt, die beim Schnitt der Apfel - und Birnenbäume in den Vordergrund gestellt werden. Alle beim Auslichten anfallenden Pflanzenteile sind restlos zu sammeln und sobald wie möglichst zu verbrennen. An ihn haften immer Krankheitserreger. Die Triebe der jungen Sträucher werden in den ersten 3 Jahren nach der Pflanzung um etwa ein Drittel gekürzt.Die Pfähle an den Obstbäumen und Beerenobststämmen sind zu überprüfen und wenn erforderlich, bei offenem Boden duch neue zu ersetzen. Wenn das nicht beachtet wird, können Winterstürme großen Schaden anrichten. Mancher von außen noch gut erscheinende Pfahl bricht bei stärkerem Wind ab. Darum muß man die Pfähle beim Überprüfen anfassen, um ihre Festigkeit zu erproben. Die neuen Pfähle streicht man vor dem Einschlagen mehrere Male mit einem Imprägniermittel , damit sie nicht zu schnell faulen. Am gefährdesten ist immer die Stelle in Erdoberflächennähe.Baumbänder sind noch im Laufe des Januars einer gründlichen Prüfung zu unterziehen und wenn notwendig zu erneuern. Neue Baumbänder sind immer so anzulegen, das sie eine 8 bilden. In der einen Schleife steckt der Stamm und in der anderen der Pfahl. Breite Bänder sind besser als die schmalen Bänder.Die im Oktober angelegten Leimringe gegen Frostspanner sollte man in den ersten Januartagen noch einmal auf ihre Klebfähigkeit prüfen. Dabei entfernt man auch angewehte Blätter, die den Frostspanner - weibchen als Brücke dienen können. In manchen Jahren lohnt ein nochmaliges Bestreichen mit Leim, wenn der alte zu trocken geworden ist. Gleichzeitig kontrolliert man, ob Frostspannerweibchen dem Leimring überkrochen und ihre Eier oberhalb abgelegt haben.Der Kampf gegen die Blutlaus muß im Januar energisch betrieben werden. Blutlauskolonien finden wir nicht nur am Stamm und an den Astpartien, sondern auch am Wurzelhals der Apfelbäume. Im laubfreien Zustand der Bäume sind sie an den oberirdischen Teilen leicht aufzufinden. In den alten Kolonien überwintert immer ein Teil Jungläuse, so das sie gründlich ausgepinselt werden müssen. Unser Hauptziel muß aber im Winter auf den Wurzelhals der befallenen Bäume gerichtet werden. Dort überwintert der Hauptteil der Jungläuse. Sie leben ebenfalls in Kolonien zusammen.Wer die Fruchtmumien an seinen Obstbäumen hängen läßt, fördert das Auftreten der gefährlichen Moniliakrankheit. Die Monilia (an den Früchten Ringfäule genannt) kann man an allen Kern - und Steinobstarten finden. Die befallenen Früchte schrumpfen mit der Zeit ein und hängen oft noch im Winter an den Bäumen. Sie sind stark mit Sporen behaftet, die die Moniliakrankheit im Frühjahr verbreiten. Darum müssen die Mumien restlos entfernt und vernichtet werden.Im Herbst gepflanzte Obstbäume sind im Winter durch Wühlmäuse gefährdet. Wer unter Wühlmäuse zu leiden hat und ihre Tätigkeit in der Nachbarschaft beobachten konnte, sollte vor allem seine Jungbäume von Zeit zu Zeit kontrollieren. Dabei ist festzustellen, ob sich der eine oder andere leicht aus der Erde ziehen läßt. Im Winter ist die Bekämpfung durch Fallen am leichtesten. Am besten nehmen die Wühlmäuse Möhren und Kartoffeln an. Die Köder dürfen aber niemals mit den bloßen Händen angefaßt werden. Am einfachsten ist es, wenn man die Hände und die Falle mit nasser Erde einreibt, so das höchstens der Erdgeruch übertragen wird. Die Fallen werden vorsichtig in die Gänge der Wühlmäuse geschoben. Es darf auch kein Tageslicht in den Gang scheinen wo die Falle aufgestellt wurde.Alle an den Obstbäumen jetzt noch hängende Blätter sind zu beseitigen, weil bei ihnen Verdacht auf Raupennester besteht. Jedes einzelne Blatt kann die eingesponnenen Räupchen des Baumweißlings enthalten. Auch die kleinen Raupen des Goldafters überwintern in Gespinsten. Die Nester sind größer als die des Baumweißlings und bestehen meist aus mehreren zusammengesponnenen Blättern, die man in der Hauptsache an den Spitzen der jungen Triebe findet.Bei allen Januararbeiten im Obstgarten ist ganz besonders auf die Eigelege des Ringelspinners zu achten. Er legt seine Eier schon im Sommer an die einjährigen Triebe der Obstbäume ab, wo sie auch überwintern. Sie sitzen in mehreren spiralisch angeordneten Ringen fest an den Trieben. Die Eier sind durch eine harte Außenhaut geschützt. Um sie aufzufinden, muß man sehr genau hinsehen. Am einfachsten schneidet man die Eigelege versehenen Triebspitzen ab und vernichtet sie.Schneearmes scharfes Frostwetter kann an den Erdbeeren großen Schaden anrichten, wenn die im Spätherbst aufgebrachte Bodendeckung zu schwach ist. Deshalb sollte man Anfang Januar die Bodendeckung wesentlich verstärken, damit der Frost die Pflanzen nicht anheben kann. Wer nicht genügend Stalldünger oder Torf verfügt, kann auch Stroh verwenden. Kleinere Flächen kann man einschließlich Pflanzen mit Fichtenreisig (Deckreisig) bedecken. Das ist vorallem bei Neuanlagen in höheren Lagen zu empfehlen.Mit der Aushebung der Baumgruben und der damit zu verbindenen Bodenverbesserung darf man nicht bis zur Pflanzzeit warten. Der Mindestdurchmesser bzw. die Seitenlänge der Gruben sollte für alle Obstbäume 100 cm betragen. Für Beerenobst (Sträucher oder Stämmchen) genügen in der Regel 50 cm. Jede Grube wird 50 bis 60 cm tief ausgehoben und die Sohle durch Umgraben gelockert. Beim Ausheben trennt man die Bodenschichten, indem eine rechts und eine links der Grube aufgehäufelt wird. Wo reichlich Komposterde zur Verfügung steht, sollte man die untere Erdschicht beim Pflanzen nicht wieder verwenden, sondern wegfahren. An ihrer Stelle kommt die Komposterde. Sie wird am besten beim Ausheben der Pflanzgrube mit der Erde der oberen Schicht gemischt. Die Mischung bleibt neben der ausgehobenen Grube bis kurz vor dem Pflanzen liegen, damit sie und auch die Grube gut durchfrieren können, was die Bodenstruktur wesentlich verbessert.Bei einer starken Schneedecke sind die Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiß zu überprüfen. Wo die Stämme von den Obstbäumen durch Hasen und Kaninchen gefährdet sind, ist der Stammschutz, den man im Herbst gegeben hat, selten mehr als 100 cm hoch. In schneereichen Wintern kann die hohe Schneedecke den Tieren als Trittbrett dienen, so das sie die Stämme oberhalb des Schutzes benagen. Das ist vor allem bei Schneeverwehungen zu befürchten. In solchen Fällen muß man den Schnee in der Umgebung der Stämme entfernen, wenn der Schutz nicht erhöht werden kann.Um an den Stämmen der Obstbäume Frostschäden zu verhüten, sind schon in den ersten Januartagen Schutzmaßnahmen zu treffen. Frostrisse und Frostplatten finden wir in der Regel an der Südseite der Stämme. Sie entstehen bei starker Bestrahlung durch die Wintersonne und Nachtfröste. Im allgemeinem schützt man die Bäume gegen derartige Schäden von altersher durch einen Kalkanstrich der Stämme. Er wirft die Sonnenstrahlen zurück, so das sie nicht auf die Rinde einwirken können. Der Kalk hat auch eine nachteilige Wirkung auf die Bäume. Er klebt die Poren zu, was die Atmung beeinträchtigt. Besser ist, wenn man an der Südseite der Stämme ein entsprechend breites Brett befestigt. Das Brett kann auch durch dicht angebrachtes Rohr (Schilf) oder Langstroh ersetzt werden.Das Obstlager beherbergt im Januar noch viel wertvolle Obstsorten. Darum ist laufend durchzusehen. Jede kleine Faulstelle an einer Frucht vergrößert sich schnell und die Fäulnis greift auf die Umgebung über. Darum sollte man das Obstlager im Januar wöchentlich 2 x durchsehen. Dabei muß jede Frucht einzeln nachgesehen werden, denn sehr oft beginnt die Fäulnis an der aufliegenden Seite. Sorten, die jetzt die höchste Stufe der Lagerreife erreicht haben, sollten recht bald verbraucht werden, damit Geschmack und Ansehen nicht leiden. Bei günstigen Lagerortverhältnissen halten sich einige Sorten bis Ende Januar. Die Haltbarkeit im Lager wird natürlich auch vom Pflückstadium beeinflußt.Bei starkem Frost ist zu prüfen, ob die Obstlagerräume gegen die Kälte abgedichtet sind. Wenn sich das Obst auf dem Lager bei niedrigen Temperaturen sehr lange hält, so dürfen sie den Nullpunkt nicht unterschreiten. Bis zum Nullpunkt darf man es aber nicht erst kommen lassen. Ein beliebter Lagerort für Obst ist der Keller. Beim starken Absinken der Außentemperaturen sind vor allem die Fenster dick mit Stoh zu verpacken, das die Kälte sehr gut abhält. Die Kaltluft kann auch durch undichte Türen eindringen, wenn sie mit der Außenluft eine Verbindung haben. In diesem Falle sichert man die Türen auf die selbe Weise.Das Lüften der Obstlagerräume ist auch im Januar eine wichtige Maßnahme zum Gesunderhalten des Lagerobstes. Jeder frostfreie Tag muß zum Lüften ausgenutzt werden. Wenn die Fenster dick mit Stroh verpackt sind ist kurzes Lüften auch an Tagen mit einigen Kältegraden möglich. Die Fenster müssen so verpackt sein, das das Öffnen möglich ist. Das Lüften ist vor allem anzuraten, wenn der Keller oder sonstige Lagerort Temperaturen über + 6 Grad aufweist. Durch öfteren Luftaustausch und niedrigen Temperaturen wird auch die Lagerfähigkeit verlängert. |